St. Georgorden der Schweiz 
«Unus pro omnibus, omnes pro uno»

 
Geschichte der Ritterorden 

Ritterorden entstanden im Hochmittelalter im Rahmen der Kreuzzüge im Heiligen Land, auf der Iberischen Halbinsel und im Baltikum (u. a. Templer, Johanniterorden, Deutscher Orden).
Der heilige Georg lebte im 3. Jahrhundert und ist seit dem 13. Jahrhundert der Patron der Ritter. Weiter entstanden im Spätmittelalter auf fürstliche Initiative hin höfische Ritterorden, die mit Dynastien verbunden waren und einen Kern des sich entwickelnden Hofadels bildeten.
Auch im 18. und 19. Jahrhundert wurden Ritterorden gegründet oder wiederbelebt, wie die bayerischen Hausritterorden St. Georg und St. Hubertus oder der Ritterorden vom Heiligen Grab. Die alten Orden überstanden sowohl die Reformation als auch die Säkularisation. Sie entwickelten sich im 20. Jahrhundert zu Trägern sozialer Einrichtungen.
In neuster Zeit entstanden moderne Ritterorden als Vereine mit einem wiederbelebten oder selbsternannten Status.

Kirchliche Ritterorden
Päpstlich anerkannte religiöse Ritterorden gibt es nur noch wenige. Diese sind nicht mit allen anderen Ritterorden gleichzusetzen.
Dies wären:
- Katholischer bzw. Souveräner Malteserorden
- Evangelischer Johanniterorden
- Deutscher Orden
- Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Wiederbelebte bzw. selbsternannte Ritterorden
Die St.-Georg-Ritterorden – in der heutigen Form – sind oft gemeinnützige, mehr oder weniger offen zugängliche Gruppierungen bzw. Vereine und werden als christlich bzw. militärisch organisierte Ritterorden geführt.

Der Russische St.-Georgs-Orden war ein Verdienstorden. Jährlich traf man sich zum «Georgsfestival» in der Eremitage in St. Petersburg. Erst in späterer Zeit zog dies die Aufnahme in eine dem mittelalterlichen Ritterorden nachempfundene Ordensgemeinschaft nach sich.

Mit barocker Prachtentfaltung
Die St.-Georgs-Ritter halten die mit Ritterorden verbundenen Ideale hoch und stützen sich auf die dem heiligen Georg zugesprochenen ritterlichen Werte.
Heute sind die Ritter fast unsichtbar. Sie kämpfen nicht mehr mit dem Schwert, sondern mit ihrer Empathie. Der Grundstein dafür ist der gemeinsame christliche Glaube, der sich im sozialen Engagement widerspiegelt.
Die Mitglieder des St. Georgordens in der Schweiz treffen sich zu gesellschaftlichen Anlässen und haben dabei auch Kontakt zu befreundeten Organisationen in Europa. Dazu zählt unter anderem «The Order of St. George» in Grossbritannien, welcher Mitglied in der Royal Society of St. George (UK) ist. Dieser Ritterorden beruft sich auf den Sankt-Georg-Ritterorden (auch ungarischer St. Georgs-Ritterorden genannt), der am 24. April 1326 durch König Karl I. Robert von Ungarn in Visegrád gegründet wurde.

Menschen prägen die die Ritterorden
Moderne Ritterorden, auch wiederbelebte oder selbsternannte Ritterorden genannt, werden massgeblich durch die Persönlichkeiten, Absichten und Hintergründe ihrer Mitglieder geprägt.

Dazu zählen die Traditionalisten und Historiker. Durch sie bleiben die jahrhundertealten Rituale, die Kleiderordnungen (Mäntel, Insignien) und die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte gewahrt. Sie verhindern, dass der Ritterorden zu einem Fantasy-Verein verkommt.

Die Netzwerker und Eliten sind oft einflussreiche Personen aus Wirtschaft, Politik, Militär und Kirche. Sie sehen in einem Ritterorden ein hochkarätiges, diskretes Beziehungsnetzwerk.

Die Philanthropen und Wohltäter sind Menschen mit einem ausgeprägten sozialen oder religiösen Pflichtbewusstsein. Sie engagieren sich karitativ. Sie füllen die alten ritterlichen Ideale (Schutz der Schwachen) mit modernem Leben. Sie prägen das positive, gemeinnützige Image des Ritterordens in der Öffentlichkeit.

Die Statussuchenden und Nostalgiker sind Personen, die im bürgerlichen Alltag nach Distinktion, Anerkennung und Exklusivität suchen, die das demokratische System ihnen nicht bietet. Überwiegt dieser Mitgliedertyp, kann ein Ritterorden schnell den Charakter einer elitären Gesellschaft annehmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein moderner Ritterorden ist immer genau das, was seine Mitglieder aus ihm machen. In der Regel ist es eine Mischung aus historischem Museum, einem mehr oder weniger exklusiven Businessclub, einem lebendigen Hilfswerk sowie einer nostalgischen Gesellschaft.