Ordenswelten
Christliche Orden wurden zum Schutz von Pilgern gegründet. Militärische Ritterorden dienten dazu, die christlichen Gebiete im Heiligen Land zu verteidigen. Souveräne gründeten später militärische Orden für hervorragende Verdienste von Offizieren im Krieg oder besondere Leistungen für die Gesellschaft, die eine Aufnahme in eine den mittelalterlichen Ritterorden nachempfundene Ordensgemeinschaft nach sich ziehen oder zogen und teilweise für die beliehenen Ordensträger weitere Privilegien (z. B. Ehrensold, früher auch Steuererlass) mit sich brachten.
Die verschiedenen St.-Georgs-Orden, von denen es einige gab und gibt, wie:
St.-Georgs-Orden 1325 in Ungarn ( König Karl)
Alter Ritterorden vom St. Georg, (auch Orden der vier römischen Kaiser vom Jahr 1352)
Georgs-Kreuz (Grossbritannien und Nordirland)
Georgsmedaille (Grossbritannien und Nordirland)
Georgs-Orden (Bayern); Hausorden des Hauses Wittelsbach
St.-Georgs-Orden (Hannover)
Orden von St. Georg der Wiedervereinigung (Königreich Neapel)
Militärverdienstorden vom Heiligen Georg (Herzogtum Lucca)
Militärorden vom Heiligen Georg (Herzogtum Parma)
Militärorden vom Heiligen Georg (Königreich Beider Sizilien)
St.-Georgsorden (Rumänien)
Orden des St. Georg (Genua)
Orden des St. Georg (Niederlande)
Orden des St. Georg (Rom)
Orden des St. Georg (Ravenna)
The Order of St. George in the United Kingdom
Kaiserlicher Russischer Orden des Heiligen Georg
Ordre Équestre de Saint Georges de France
Deutscher Ritterorden St. Georg
St. Georgsorden der Schweiz
Sankt-Georg-Ritterorden (Ungarn): Nach dem Tod des letzten Grossmeisters des Sankt-Georg-Ritterordens 1541 zog Ferdinand I. die Güter des Ordens ein. Der ungarische Sankt-Georg-Ritterorden (Szent György Lovagrend) wurde im Jahr 1990 neu belebt. Er knüpft an die historische Traditionslinie des am 24. April 1326 von König Karl I. Robert von Anjou in Visegrád gegründeten Ordens an, welcher als der älteste weltlich-königliche Ritterorden der Welt gilt.
L’Ordre de Saint Georges – Grand prieuré au Canada et dans les Amériques : Das Priorat Kanadas des St.-George-Ordens arbeitet als Stiftung.
St.-Georgs-Orden: Die Ursprünge des heutigen St.-Georgs-Ordens, eines europäischen Ordens des Hauses Habsburg-Lothringen, gehen auf das Jahr 1308 zurück.
St.-Georgs-Orden (Österreich): Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg baute Johannes von Liechtenstein das Leben des Ordens wieder auf – dies 1951 mit der Eintragung im österreichischen Vereinsregister unter dem Namen «St. Georgs-Klub». 1960 erfolgte die Umbenennung in «Alter Orden vom St. Georg».
Der Ritterorden von St. Georg zu Kärnten: Kaiserin Maria Theresia gab dem Orden, der sich nach Jahrzehnten der Stagnation auf frische Aktivitäten besinnt, 1765 neue Statuten. 1938 wurde das Priorat Österreich zwangsweise aufgelöst. Seit 1944 steht wieder ein Hochmeister-Statthalter an der Spitze des Ordens. 1951 bis 1965 hatten Angehörige des berühmten mailändischen Geschlechts der Visconti diese Funktion inne.
Der Konstantinische St.-Georgs-Orden: «Sacra y Militar Orden Constantiniana de San Jorge» ist die spanische Version des nachfolgend erwähnten (nach heutiger Auffassung) dynastischen Ritterorden.
«Real Comisión para Italia»: Der Heilige Militärische Konstantinische Orden des heiligen Georg gilt als einer der ältesten Ritterorden. Italienische Staatsbürger, denen das Ordenskreuz verliehen wurde, können Teil des nationalen Verbandes der Konstantinischen Ritter (A.N.C.C.I.) sein.
Ordre Équestre Apostolique de Saint-Georges de Bourgogne: Der Apostolische Ritterorden vom Heiligen Georg aus Burgund war eine historische Bruderschaft, die heute als wiederbelebter, privater Ritterorden fortbesteht. Er knüpft an die Tradition der mittelalterlichen «Confrérie des chevaliers de Saint-Georges de Bourgogne» an.
Die Evangelische Bruderschaft St.-Georgs-Orden (Erfurt): Dies ist eine protestantische Ordensgemeinschaft in Deutschland.
Bruch mit alten Regeln – gestern wie heute!
Napoleon Bonaparte stiftete am 19. Mai 1802 den Orden der Ehrenlegion (L’ordre national de la Légion d’Honneur). Zu diesem Zeitpunkt war er rechtlich gesehen noch ein Bürger der Französischen Republik und regierte als Erster Konsul auf Lebenszeit, bevor er sich 1804 selbst zum Kaiser krönte. Die Gründung der Ehrenlegion war politisch hochgradig umstritten, da die Französische Revolution alte Adelsorden und Privilegien kurz zuvor abgeschafft hatte. Napoleon setzte sich jedoch mit der Begründung durch, dass Soldaten und Bürger Symbole der Anerkennung bräuchten. Dabei blieb es nicht. Er gründete weitere Orden. Solch ein interessantes Beispiel ist der Orden der Eisernen Krone in Italien. Er wurde im Jahre 1805 durch Napoleon Bonaparte nach seiner Krönung zum König von Italien gestiftet. So entstand ein neuer Ritterorden; aus dem zerfallenen Gebäude der Revolution traten die alten Formen wieder hervor, und das sogenannte Neue in Frankreich kehrte zunehmend zum Alten zurück. Die Ritter, Patrizier, Prinzen von Geblüt und der Adel kamen wieder auf, ebenso die äusseren Zeichen staatlich anerkannter Verdienste – wie die Orden. Ein neuer italienischer Adel – Ritter des Ordens der Eisernen Krone – entstand (mit dem König von Italien als Grossmeister). Und Kaiser Napoleon behielt zeitlebens diese Stelle, würde er auch die Königswürde einem anderen übergeben. Was ist daraus abzuleiten: Er wollte alles sein: Bürger, Kaiser, Egomane und missgünstiger Geselle, dem man in seiner Jugendzeit nachsagte, dass er unter Depressionen litt und nicht mehr leben wollte.
Der erste «Neuritter» der Neuzeit war wohl Napoleon, dem viele nacheiferten und noch nacheifern werden, neue Ritterorden zu gründen. Er zementierte damals die Grundfesten der Überzeugung aller modernen, inkl. der wiederbelebten und selbsternannten Ritterorden dieser Welt.